Manuelle Lymphdrainage


Nach Tumorerkrankungen oder Entfernungen von Lymphknoten können bei Ihnen als Patient vor allem Extremitäten, also die Beine und Arme, häufig von einer Stauung betroffen sein. Diese Anstauung muss in jedem Fall entfernt werden. Hierbei ist die manuelle Lymphdrainage eine der am häufigsten verschriebenen Therapien, um einer Stauung oder einem Ödem entgegenzuwirken.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Handtechnik, die von einem ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt wird. Bei uns in der Praxis Coelho in Hannover haben Sie als Patient die Möglichkeit, diese Behandlungsform in Anspruch zu nehmen. Auf dieser Seite haben Sie nun die Gelegenheit sich erste Informationen zu diesem umfassenden Thema einzuholen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben oder einen Termin benötigen, dann melden Sie sich gerne bei uns in der Praxis Coelho. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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Definition

Die manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Technik, um Ödeme und Stauungen vom Körperstamm und Extremitäten zu therapieren. Die Aufgaben des Lymphsystems ist es, das Blut von Viren und Bakterien zu reinigen und vom Abwehrsystem zu vernichten, um zum Beispiel eine Sepsis zu verhindern. Die Immunabwehr ist also die Hauptaufgabe des Lymphsystems sowie der Abtransport von Bakterien sowie Viren. Besonders bei Operationen, wie zum Beispiel eine Brustamputation, müssen die übrig gebliebenen Lymphgefäße stimuliert werden, damit die Lymphflüssigkeit besser abtransportiert werden kann. Denn bei so einem Eingriff werden automatisch auch Lymphen aus der Achsel entnommen und somit fällt in diesem Bereich die Immunabwehr schwerer. Sollte der Arm nicht durch die manuelle Lymphdrainage behandelt werden, kann ein dicker Arm mit Wassereinlagerungen entstehen, da die Lymphknoten das Wasser nicht abbauen können. Mittels der manuellen Lymphdrainage wird der Abbau aktiviert und die Flüssigkeiten können normal vom Körper abgebaut werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen der manuellen Lymphdrainage

Bei der manuellen Lymphdrainage sind keine Risiken oder Nebenwirkungen für den Patienten bekannt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei einer Herzschwäche die Drainage und die damit verbundene Verstärkung des Blutkreislaufes eventuell kontraproduktiv sein können, weil dies eine zusätzliche Belastung für das Herz bedeutet und den Herzzustand verschlechtern kann. Es sind dennoch keine weiteren Nebenwirkungen bekannt, man achtet nur darauf, wie sich der Patient danach fühlt und wie das vorherige Krankenbild dieser Person ist.

Die Lymphe

Die Lymphe

Man kann das Lymphgefäßsystem mit dem System des Blutkreislaufes vergleichen, allerdings gibt es dort keinen gesamten Kreislauf, sondern nur einen halben Kreislauf. Dieser beginnt im Bindegewebe und mündet kurz vor dem Herzen in das Sehnensystem. Als Lymphe wird die in den Lymphgefäßen enthaltene wässrige, hellgelbe Flüssigkeit bezeichnet. Das Lymphsystem mit den Lymphgefäßen als Leitungsbahn ist neben dem Blutkreislauf das wichtigste Transportsystem in dem menschlichen Körper. Es entsorgt in den Lymphknoten Krankheitserreger wie Bakterien oder Fremdkörper. Daher ist die manuelle Lymphdrainage eine so wichtige Behandlungsform, um diesen Abbau der Fremdkörper aufrecht zu erhalten.

Behandlung

Eine gute Behandlung mit der manuellen Lymphdrainage

Durch die richtige manuelle Lymphdrainage wird es geschafft, dass der Arm oder auch das Bein wieder erschlanken und sich die Stauung auflöst. Dies bedeutet, dass durch die richtige Handtechnik die Wassereinlagerungen optimal abgebaut werden konnten. Daran kann erkannt werden, ob eine Therapie in diesem Bereich des Physiotherapeuten erfolgreich war. Wir von der Praxis Coelho in Hannover führen diese Form der Therapie besonders nach Tumorbehandlungen oder Lymphknotenentfernungen durch, da hier häufig der Abbau der Anlagerungen eingeschränkt ist, was unter anderem an der Unterfunktionalität der Körpers liegt.

Voraussetzungen

Manuelle Lymphdrainage – Voraussetzungen des Physiotherapeuten?

Generell ist es immer die Voraussetzung, eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu haben, um überhaupt eine manuelle Therapie an einem Patienten durchführen zu können. Eine manuelle Lymphdrainage darf nur derjenige durchführen, der auch eine Weiterbildung auf diesem Gebiet mitgemacht hat. Diese Fortbildung findet in einem vierwöchigen Kurs statt, in dem einem alle wichtigen Handgriffe beigebracht werden. Außerdem wird gezeigt, worauf besonders geachtet werden muss und welche Anzeichen es für Ablagerungen gibt, um diesen effektiv entgegen zu wirken.

Techniken

Die Techniken der manuellen Lymphdrainage

Wie auch bei der allgemeinen manuellen Therapie gibt es bei der manuellen Lymphdrainage verschiedene Techniken. Nachdem eine dieser Techniken durchgeführt wurde, werden meist Kompressionsverbände angelegt, damit die Griffe nachwirken können und bis zur nächsten Lymphdrainage anhalten.

Ödemgriff

Der Ödemgriff dient dazu, dass Eiweiß, welches sich im Bindegewebe eingebettet hat entfernt wird. Dies geschieht durch einen starken und lokalen Griff an der jeweiligen Stelle. Das bewirkt, dass sich nicht nur das Bild der Haut erheblich verbessert, sondern dass auch das Ödem erheblich und sichtbar zurückgeht.

Ultrafiltrat-Verdrängungsgriff

Für diese Variante benötigt der Physiotherapeut die Kraft seiner ganzen Hand. Die Finger werden fest und flach zusammengepresst und auf das Ödem platziert. Daraufhin wird durch den Therapeuten ein stetig größer werdender Druck ausgeübt. Dies dient dazu, dass die Flüssigkeit nicht mit den Lymphbahnen abfließt, sondern über den Kreislauf des Blutes.

Drehgriff

Bei diesem Griff spielt besonders der Daumen die größte Rolle. Dieser wird an der Stelle auf der Haut aufgelegt, an der das Ödem liegt. Die anderen Finger dienen dabei nur zur Stabilisierung der Hand und liegen sanft auf der umliegenden Haut auf. Der Daumen bewegt sich dann vorsichtig in die Richtung der Lymphbahnen und führt dabei kreisende Bewegungen durch. Auch dieser Griff wird mehrmals wiederholt, um eine Besserung zu fördern.

Hautfaltgriff

Wie der Name schon sagt wird hier ein Stück der Haut durch einen Griff angehoben. Dabei wird dann mit dem Daumen der übriggebliebenen Hand gegen die Falte gedrückt.

Schöpfgriff

Der Grundgriff ist hier derselbe wie bei dem Drehgriff. In diesem Fall wir aber darauf geachtet, dass die Finger nicht mit den Bahnen der Lymphen, sondern in die andere Richtung gleiten.

Scheibenwischergriff

Auch hier werden die Hände des Physiotherapeuten der Praxis Coelho in Hannover flach aufgelegt. Wie der Name des Griffes schon sagt, werden die Hände wie Scheibenwischer geöffnet. Die Basis dabei bieten die Handgelenke, die nicht geöffnet werden.

Stehende Kreise

Dieser Griff wird so oft wiederholt, bis eine sichtbare Verbesserung zu erkennen ist. Dabei werden die Hände an der betroffenen Stelle, an der Lymphknoten liegen, angelegt. Die Flächen der Hände führen dort dann kreisende Bewegungen aus, die in die Richtung stattfinden soll, in die die jeweilige Schwellung abfließen soll.

Verletzungen

Manuelle Lymphdrainage bei Verletzungen

Bei allen Arten von Ödemen, wie beispielsweise Lymphödemen, Fettödemen oder auch traumatischen Ödemen, kann man eine manuelle Lymphdrainage von einem Therapeuten der Praxis Coelho durchführen lassen. Das bedeutet unter anderem auch bei Frakturen in den Armen. Dabei kann ein Trauma entstehen, welches zu starken Schwellungen führt. Auch nach Operationen, wie z.B. eine Brustamputation, und insbesondere nach einer Lymphknotenentfernung setzen wir die manuelle Lymphdrainage ein.

Wissenswertes

Was sollte ein Patient bei einer Behandlung beachten?

Es gibt nichts besonders, was ein Patient bei einer manuellen Lymphdrainage beachten muss. Generell raten wir aber immer dazu, dass Sie nicht in die Sauna gehen oder empfehlen den Patienten, dass sie keine körperlichen Aktivitäten unternehmen, wobei der Körper extremer Hitze ausgesetzt wird. Hier können die typischen Wärmesymptome auftreten, wie dicke Füße, da sich hier das Wasser staut. Dies ist zwar nicht gefährlich für den Patienten, aber es kann dazu führen, dass der Heilungsprozess verlangsamt wird.